Pressespiegel

72 Meter ohne Innenstützen, aber voller Raffinesse

Atlas Ward legt freitragende Lagerhallenkonstruktion mit eigener Software auf wirtschaftlich optimalen Stahleinsatz aus

Stützenfreie, 72 Meter breite und 90 Meter lange Stahlhalle

Hünxe-Drevenack/Kuppenheim, 31.08.2015 – 72 Meter breit und 90 Meter lang ist die Stahlhalle, mit der die R. Schöffel-B. Schäfer GbR ihre bereits bestehende Lagerhallenkapazität im baden-württembergischen Kuppenheim erweitert. Und sie erfüllt den Wunsch der Bauherren und kommt – anders als die Bestandsbauten – komplett ohne Innenstützen aus. Aus gutem Grund: So kann der rege Staplerverkehr ohne störende Hindernisse über die knapp 6.500 Quadratmeter im Halleninneren rollen. Darüber freut sich vor allem der Mieter des Neubaus: ein Produzent von Kartonagen, der seine Produkte rund um die Uhr an- und abtransportieren lässt.

Abgesehen von ihrer freitragenden Konstruktion hat die Halle ihren Investor jedoch mit jeder Menge weiterer ingenieurtechnischer Raffinesse überzeugt. Denn trotz ihrer enormen Belastbarkeit wirkt die Rahmenkonstruktion recht schlank. Sie entstand auf Basis des statischen Know-hows und eines eigens entwickelten Bemessungsprogramms von Atlas Ward, einem der weltweit führenden Stahlhallenhersteller. „Wir kennen die in Stahlkonstruktionen wirkenden Druck- und Zugkräfte genau. Unsere stetig weiterentwickelte Software errechnet auf Vorgabe bestimmter Daten automatisch die optimalen Material- bzw. Profilabmessungen an jeder Stelle der Konstruktion. So packen wir, kurz gesagt, Stahl nur dahin, wo er für die auftretenden statischen Kräfte auch wirklich gebraucht wird und minimieren das Gewicht“, beschreibt Jürgen Fandrey, Projektleiter bei Atlas Ward in Hünxe, die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.

Bei der Montage der Lagerhalle werden je zwei Binderrahmen mit je 720 Quadratmetern Fläche komplett am Boden montiert und mit Kranen simultan zu den Stützen hochgezogen und befestigt. Foto: Atlas Ward

In diesem Fall besteht die tragende Hallenkonstruktion aus neun Zweigelenkrahmen aus Schweißprofilen im ungewöhnlich großen Abstand von jeweils zehn Metern. Diesen reduzierten Materialeinsatz ermöglichten die per Bemessungsprogramm äußerst stabil konstruierten Rahmen mit jeweils nur zwei Außenstützen (Höhe 9,44 Meter). Auf jeder dieser Stützen wirkt am Fußpunkt eine errechnete Vertikalkraft von 40 Tonnen. Um die ebenfalls wirkenden Horizontalkräfte von 45 Tonnen zu neutralisieren, wurden die Außenstützen per Zugband verbunden. Dadurch ließ sich auch das Fundament sehr klein gestalten. Insgesamt kommt die Stahlkonstruktion so auf ein Eigengewicht von knapp 22 Tonnen pro Rahmen.

Welche Vorteile die Atlas-Bauweise schafft, kann ein Vergleich zeigen: Eine Konstruktion aus herkömmlichen Walzprofilen erhöhen Gewicht und Materialeinsatz auf knapp 29 Tonnen pro Rahmen. Würden entsprechende Fachwerkbinder verwendet, so würden diese mit über sechs Metern Höhe gegenüber den knapp zwei Meter hohen Atlas-Bindern die Halle deutlich erhöhen. Laut Berechnungen würde damit das Hallenvolumen um rund 26.000 Kubikmeter anwachsen. Auch wären eingespannte Stützen nötig, so dass das Fundament um rund 50 Prozent größer ausfallen würde. Hinzu kämen entsprechend höhere Betriebs-und Heizkosten.

Aus diesen Gründen entschieden sich die Bauherrn für die Zusammenarbeit mit Atlas Ward und dessen Partner Gibau Gewerbe- und Industriebau GmbH aus Renchen, der den Hallenaufbau als Generalunternehmer durchführt und bei der Montage ebenfalls Herausforderungen bewältigte: So wurden je zwei Binderrahmen mit je 720 Quadratmetern Fläche komplett am Boden montiert und mit insgesamt vier Kranen simultan zu den bereits stehenden Stützen hochgezogen und befestigt. Zum Atlas-Paket gehören schließlich noch ein zweischaliges Stehfalz-Dachsystem (AER60/120) mit 120 Millimeter starker Wärmedämmung sowie Sandwich-Stahlbetonwände mit 30 Zentimetern Dicke.

Von einer reibungslosen Kooperation mit sehr gutem Ergebnis sprechen schließlich nicht nur Bauherren und Nutzer, sondern auch Peter Berger, Geschäftsführer von Gibau: „Wir arbeiten seit 25 Jahren mit Atlas Ward zusammen und stemmen jedes Jahr einige gemeinsame Projekte. Das Partnerkonzept, das Atlas mit Partnerunternehmen aus dem regionalen Baugewerbe pflegt, hat sich für uns sehr gut bewährt, denn Atlas liefert stets ein Komplettpaket samt Kalkulation und technischer Unterstützung, auf das wir uns in jeder Beziehung verlassen können und das deshalb auch bei unseren Kunden gut ankommt.“

Dieser Artikel ist in folgenden Fachzeitschriften erschienen:

  • Allgemeine Bauzeitung Nr. 29 - 17. Juli 2015
  • BauStoff Partner September 2015
  • Stahlbau November 2015
  • Kran- und Hebetechnik November 2015
  • BauMagazin November 2015

Über Atlas Ward:

Die Atlas Ward GmbH mit Sitz in Hünxe-Drevenack hat sich auf die Konzeption und Produktion von Stahlhallen spezialisiert. Das Unternehmen sieht sich als innovativer Partner bei der Realisierung von Hallen für Produktion, Gewerbe, Handel und Sport. Jedes Projekt wird dabei individuell auf das Nutzungskonzept des Bauherren zugeschnitten. Um schlüsselfertige Bauvorhaben zu realisieren, setzt Atlas Ward auf die Kompetenzen einer Vielzahl von langjährig bewährten Partnerunternehmen aus dem regionalen Baugewerbe. Neben der gesamten Ingenieurleistung mit Tragwerksplanung, statischen Berechnungen, Zeichnungen und Montageplänen liefert das Unternehmen das komplette „Stahlhallenpaket“ inklusive Rahmenkonstruktionen aus Vollwandprofilen, Pfetten und Wandriegeln sowie Dach- und Wandsystemen auf die Baustelle. Atlas Ward hat sich vor allem durch einen optimierten Materialeinsatz im Stahlhallenbau einen Namen gemacht. Alle Bauteile des Rahmengerüsts werden gezielt auf den erforderlichen Materialbedarf hin individuell hergestellt. Hallen mit großen und stützenfreien Spannweiten von bis zu 100 Metern können so wirtschaftlich mit geschweißten Vollwandprofilen erstellt werden. Die Atlas Ward GmbH ist eines der Standbeine der Atlas Ward International Ltd. mit weiteren Niederlassungen etwa in China, Polen und der Ukraine.

 

 

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